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Je nach Abinote, persönlicher Leistung im Medizinertest oder in anderen Auswahltests wie dem HAM-Nat und beruflicher Vorerfahrung, können angehende Medizinstudent*innen ihren Studienort aus einem größeren oder eben kleineren Angebot auswählen. Wir haben mit unseren Teilnehmern aus der Bewerberklasse Medizin gesprochen und um ihre Erfahrungen zum Medizinstudium an den verschiedenen Unis in ganz Deutschland gebeten:

Wo studiert es sich besonders angenehm? Was zeichnet das Medizinstudium an den verschiedenen Unis aus? Wie bekommt man einen erfolgreichen und guten Studienstart ins Medizinstudium überhaupt hin?

Wir freuen uns über die zahlreichen Antworten unserer Bewerberklasse-Teilnehmer*innen und hoffen damit, der nächsten Studienanfänger-Generation ein paar spannende Hinweise für die Uniwahl geben zu können:

Medizinstudium an der Philipps-Universität Marburg

Der Pferdebrunnen in Marburg an der Lahn

Wie alt bist du und wo studierst du in welchem Semester Human- bzw. Zahnmedizin?
Ich bin 22 Jahre alt und studiere in Marburg #Humanmedizin.

Warum hast du dir ausgerechnet diese Uni ausgesucht? Oder hattest du wegen der Auswahlverfahren keine große Wahl?
Ich habe nach dem Abitur den #TMS geschrieben. Weil ich dort recht gut abgeschnitten habe, standen mir fünf bis sechs Unis zur Auswahl. Ich habe von Marburg nur Gutes gehört und mich dann dafür entschieden.

Was zeichnet deinen Studiengang der Zahn- bzw. Humanmedizin besonders aus?
Wir haben einen Regelstudiengang in Marburg – also ganz normal mit Vorklinik und Klinik. In der Vorklinik wurde Anatomie am Körperspender gut und ausführlich gelehrt. Und in der Klinik  gab es durch das Maris (ein praktisches Zentrum) sehr gute Möglichkeiten, praktische Fähigkeiten zu erlernen. Das Uniklinikum ist riesig und bietet alle möglichen Fachrichtungen, die man nach dem Physikum durchläuft. Viele von uns arbeiten da jetzt auch entweder beim Impfen, Testen oder in der Pflege.

Wenn du dich an den Studienbeginn erinnerst: Was war besonders schwer, bzw. besonders unangenehm?
Für mich war Marburg der perfekte Ort, um ein Studium zu beginnen. Gerade wenn man in der Stadt noch niemanden kennt. Marburg hat ca. 80 000 Einwohner und 25.000 Studenten, wenn ich mich nicht täusche. Auf allen möglichen Ersti-Partys lernt man sofort super viele Leute kennen und weil die Stadt so klein ist, läuft man sich ständig über den Weg und kommt mit vielen in Kontakt. Man kann abends in irgendeine Bar gehen und es ist schon fast garantiert, dass man irgendjemanden trifft. Auch inhaltlich hat man Tutoren zugewiesen bekommen, die einen toll durch die erste Zeit geführt haben. Man war also nie allein und konnte sich immer auch an die Orga-Leute wenden. Ich habe auch relativ spät erst eine Wohnung gehabt, und konnte problemlos bei anderen wohnen. Auch da gibt es tolle Angebote.

Was sind deiner Meinung nach die besonderen Stärken und die besonderen Schwächen deiner Universität, bzw. der medizinischen Fakultät?
Die Stärken der Fakultät sind die praktische Lehre und die kleinen Tutorien, die immer helfen, wenn man nicht sofort mitkommt. Anatomie wurde toll unterrichtet, weil sich dafür viel Zeit  genommen wurde. Die Schwächen sind meiner Meinung nach die naturwissenschaftlichen Fächer in der Vorklinik. Für viele von uns war das meiste im Selbststudium zu lernen, weil wir in Fächern wie Biochemie, vor allem Physik und Chemie viele Experimente gemacht haben, die einem nicht viel gebracht haben und wenig mit dem Prüfungsstoff zu tun hatten.

Für alle doof war die Zeit vor dem Physikum. Da so knapp vor dem Physikum noch viele Klausuren geschrieben werden, kann man keinen richten Lernplan machen. Da die Zeit einfach zu knapp ist und man ja doch für eine Klausur noch mal anders lernt als für das Examen. Da wurde sich leider keine Mühe gegeben die Student:innen ein bisschen zu entlasten.

Wie gut oder schlecht war bei dir die Lehre in den Anfängen der Corona-Zeit organisiert?
Vor Leuten aus dem Jahrgang über mir habe ich gehört, wie toll Neuroanatomie in Präsenz unterrichtet wurde. Bei uns in der Corona Zeit hatten wir jedoch da praktisch keine Lehre, sondern mussten mit dem alten Stoff arbeiten. Was auch funktioniert hat, jedoch wäre mehr Praxis in so einem komplexen Fach toll gewesen.

Hast du schon einen Plan für den weiteren Studienverlauf?
Ich habe schon einige Famulaturen geplant. Eine in Afrika und die anderen in Berlin und Hamburg. Für eine Facharztrichtung habe ich mich noch nicht entschieden.

Wie ist das Studentenleben in deiner Stadt? Wie teuer ist das Wohnen und die Lebenshaltung? Gibt es hier besondere Tipps?
Auf WG-Gesucht.de findet man echt toll Wohnungen und WGs mit netten Leuten und ich kann auch empfehlen, dass man sich erst mal eine WG für einen begrenzten Zeitraum aussucht und dann lernt man im Studiengang bestimmt noch Leute kennen, mit denen man zusammenziehen möchte. Die Mieten liegen zwischen 300 und 500 Euro für ein Zimmer. Ich würde auf jeden Fall ein WG-Zimmer dem Studentenwohnheim vorziehen. Die Oberstadt, die Biegenstraße und das Südviertel sind tolle Orte zum Wohnen.

Wie und wo vertreibst du dir deine freie Zeit, wenn mal welche übrig ist? Was sollte man in deiner Studentenstadt nicht verpassen?
Es gibt in Marburg viele tolle Sportangebote, sowohl über den Uni-Sport, als auch extern. Zudem hat die Uni ein Orchester und einen Chor mit vielen netten Leuten. Wir sind auch mit der Freundesgruppe oft in der Umgebung wandern gewesen und haben Ausflüge gemacht. Im Winter waren wir oft im Hallenbad schwimmen. Und die Äfföllerwiesen sind ein toller Ort zum Treffen!

Gibt’s noch weitere Dinge, die du angehenden Medizinstudenten und Studienanfängern gern mit auf den Weg geben würdest?
Seid einfach offen für das, was auf euch zukommt. Als ich angefangen habe wusste ich wenig über Marburg und kannte niemanden da und konnte mir unter der Stadt nicht viel vorstellen. Und gerade die erste Zeit war einfach klasse! Ich denke, wenn man Lust auf Neues hat und sich aufs Studium freut, kann man sich in jeder Stadt richtig wohl fühlen. Es kommt ja auch immer total drauf an, wen man da so kennenlernt. Und es ist auf jeden Fall immer super, wenn man sich Lerngruppen sucht. Das hilft einem so sehr, wenn man sich gegenseitig unterstützt und  den Studienstart gemeinsam durchzieht.

Vielen Dank für deine Antworten und die tollen Tipps! Wir wünschen weiterhin viel Erfolg im Studium. 

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Hilfe bei deinem erfolgreichen Weg ins Medizinstudium bieten wir mit unserer ⇒ Bewerberklasse Medizin.