Ab dem Wintersemester 2027/28 löst der TMSnat den bisherigen TMS und den HAM-Nat ab. Wie die Universitäten die Testergebnisse in ihren Auswahlverfahren künftig bewerten, ist jedoch nicht einheitlich geregelt. Manche werten TMS und TMSnat gleichwertig in einer gemeinsamen Rangliste, andere teilen die Studienplätze in feste Unterquoten auf, und einzelne Standorte berücksichtigen den TMS ab dem WS 2027/28 gar nicht mehr. Entscheidend ist also nicht nur, ob ein älteres TMS-Ergebnis noch zählt, sondern wie. Für eure Bewerbungsstrategie kann das den Ausschlag geben. Wir erklären, worauf es ankommt.
Die drei möglichen Bewertungsmodelle im Überblick
Modell | So wird gewertet | Beispiel-Standorte |
Gleichwertige Wertung | TMS und TMSnat konkurrieren in derselben Quote, das bessere Ergebnis zählt | Tübingen, Heidelberg, Mannheim, Augsburg, Dresden, Oldenburg, Münster, Frankfurt |
Getrennte Unterquoten (parallel) | Ein fester Anteil der Plätze geht nur an TMSnat-Ergebnisse, ein anderer nur an TMS- bzw. HAM-Nat-Ergebnisse | Hamburg, Magdeburg, Medizinische Universität Lausitz |
Der TMS entfällt | Ab WS 2027/28 zählt ausschließlich der TMSnat, ohne Übergangsfrist | Charité Berlin |
Modell 1: Gleichwertige Wertung
An Standorten wie Tübingen, Heidelberg, Mannheim, Augsburg, Dresden, Oldenburg, Münster oder Frankfurt konkurrieren TMS- und TMSnat-Ergebnisse in derselben AdH- oder ZEQ-Quote um dieselben Plätze. Reicht ihr beide Ergebnisse ein, zählt automatisch das bessere.
Für euch heißt das: Ein gutes TMS-Ergebnis genügt hier grundsätzlich, ihr müsst nicht zwingend noch den TMSnat schreiben. Beachtet aber, dass ihr mit allen Bewerber:innen gleichzeitig konkurriert, unabhängig vom abgelegten Test. Ein starker TMSnat-Jahrgang kann die Chancen mit einem älteren TMS-Ergebnis daher durchaus schmälern. Ein zusätzlicher TMSnat kann eure Platzierung dagegen nur verbessern, nie verschlechtern.
Modell 2: Getrennte Unterquoten (parallele Wertung)
In Hamburg, Magdeburg und an der Medizinischen Universität Lausitz werden die Studienplätze vorab aufgeteilt: Ein fester Prozentsatz geht nur an TMSnat-Ergebnisse, ein anderer nur an TMS- bzw. HAM-Nat-Ergebnisse. In Hamburg etwa gehen im AdH-Verfahren für Humanmedizin 80 % der Plätze ausschließlich an TMSnat-Ergebnisse und nur 20 % an HAM-Nat-Ergebnisse.
Für euch heißt das: Wer nur den alten Test geschrieben hat, bewirbt sich lediglich um den kleineren Teil der Plätze, und zwar ausschließlich im Wettbewerb mit anderen, die ebenfalls nur den alten Test vorweisen können. Wer beide Ergebnisse hat, kann sich dagegen faktisch in beiden Unterquoten zugleich bewerben und damit zwei unabhängige Chancen nutzen. An diesen Standorten ist die Teilnahme an beiden Tests deshalb mehr als nur „nice to have“.
Modell 3: Der TMS entfällt
Die Charité Berlin geht einen eigenen Weg: Dort gilt der TMS nur noch bis einschließlich Sommersemester 2027. Ab dem Wintersemester 2027/28 zählt in Human- und Zahnmedizin ausschließlich der TMSnat. Eine Übergangsphase gibt es nicht.
Für euch heißt das: Ein TMS-Ergebnis wird an der Charité ab dem WS 2027/28 nicht mehr berücksichtigt. Wer sich dort bewerben möchte, braucht den TMSnat im Mai 2027. Da weitere Standorte ähnlich verfahren könnten, lohnt sich vor jeder Bewerbung ein Blick in die aktuelle Auswahlsatzung der Wunschuni.
Was das für eure Teststrategie bedeutet
- Klärt früh, welches Modell an euren Wunschstandorten gilt. Die drei Modelle haben unterschiedliche Konsequenzen für eure Bewerbung, und nicht jede Uni hat ihre Satzung bereits endgültig veröffentlicht.
- Schreibt nach Möglichkeit beide Tests. Ein zusätzliches TMSnat-Ergebnis kann eure Chancen unter jedem Modell nur verbessern. Besonders wichtig ist es an Standorten mit getrennten Unterquoten (Modell 2) und dort, wo der TMS entfällt (Modell 3).
- Plant bei der Charité mit dem TMSnat. Ab dem WS 2027/28 führt dort kein Weg an ihm vorbei.
- Nutzt die letzten Testtermine rechtzeitig: Der TMS am 7./8.11.2026 ist der letzte reguläre Durchgang, die Anmeldefrist dafür ist allerdings bereits abgelaufen. Wer noch keinen TMS hat, plant direkt mit dem ersten TMSnat-Termin am 8./9.5.2027 und meldet sich an, sobald die Anmeldung dafür öffnet.
Fazit unserer Studienberater
„Der TMS wird anerkannt“ ist nur die halbe Wahrheit. Entscheidend ist, wie er gewertet wird. Gleichwertung, getrennte Quoten oder Wegfall führen zu ganz unterschiedlichen Strategien. Wenn ihr unsicher seid, welches Modell an eurer Wunschuni gilt, meldet euch gern bei uns in der Studienberatung und kommt auf unsere Infotage zum Medizinstudium. Wir prüfen die aktuelle Regelung für euren Standort.