Infotag Medizinstudium – Berlin – November 2017


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Datum/Zeit
25. November 2017
11:00 - 17:00

Eintritt frei!

Veranstaltungsort
bbw - Haus der Wirtschaft Berlin


Expertenwissen für den Weg ins Medizinstudium

Infotag Medizinstudium der Berliner Studienberatung planZ

⇒ Presseinformation zur Veranstaltung als PDF zum Download
⇒ Begleitmagazin zur Veranstaltung als PDF zum Download

Berlin, 25. November 2017. Wer Arzt werden will, muss Medizin studieren. Aber wie kommt man an einen der begehrten Studienplätze? Auf dem Infotag Medizinstudium in Berlin gaben Experten Antworten.

Das Medizinstudium ist zulassungsbeschränkt: 4 bis 5 Abiturienten bewerben sich jedes Jahr pro Studienplatz. Natürlich spielen bei der Vergabe der Studienplätze die Schulnoten eine wichtige Rolle. Aber nicht immer führt der Weg ins Medizinstudium über eine Abiturnote von 1,0!

Um Abiturienten mit Studienziel Medizin darüber aufzuklären, wie der Weg ins Medizinstudium erfolgreich zu meistern ist, lud die Berliner Studienberatung planZ am 25. November 2017 ins Haus der Wirtschaft in Berlin zum Infotag Medizinstudium: Rund 400 Besucher informierten sich auf der Abiturientenmesse über den Weg ins Medizinstudium.

Die Botschaft der Veranstaltung lautete: Wer wirklich Medizin studieren will, findet auch einen Weg – auch wenn er manchmal steinig ist.

Rein rechnerisch, erklärte Patrick Ruthven-Murray, Studienberater und Autor des Ratgebers „Erfolgreich zum Medizinstudium“ (Hogrefe Verlag), sei es möglich, mit einer Abiturnote „schlechter“ als 2,0 einen Studienplatz an einer der 35 öffentlichen Unis in Deutschland zu erhalten – und zwar ohne Wartezeit von 7 Jahren. Allerdings müssen Zusatzleistungen – wie z.B. ein exzellentes Ergebnis im Medizinertest, ein Freiwilligendienst und eine abgeschlossene Berufsausbildung – vorliegen. „Wer die Auswahlsatzungen der medizinischen Fakultäten im Detail kennt, kann seine Ortspräferenzen bei der Hochschulstartbewerbung optimal setzen und die Zeit nach dem Abitur so planen, dass die Zulassungschancen steigen“, so Ruthven-Murray. Je nach Abiturnote lohne es sich z.B., nach dem Abitur zunächst einen Freiwilligendienst zu leisten.

 

Mit Freiwilligendiensten und Berufserfahrung punkten.

„Beim FSJ in der Klinik oder anderen Pflegeeinrichtungen kann gleichzeitig der Berufswunsch Arzt auf die Probe gestellt werden“, erläuterte Sigrid Rosenbusch, Teamleiterin Freiwilligendienste bei IN VIA Berlin, Fachverband der Caritas. Außerdem könnten FSJ-ler in Auswahlgesprächen und Mulitple-Mini-Interviews, wie sie zum kommenden Sommersemester beispielsweise auch in Göttingen oder Münster durchgeführt werden, ihre Studienmotivation und ihr Einfühlungsvermögen mit Erfahrungen aus dem Freiwilligendienst belegen. „Das bringt Pluspunkte“, ergänzte Ruthven-Murray, betonte aber gleichzeitig: „Für Abiturienten mit einem Notenschnitt um 1,7, reicht der Freiwilligendienst allein nicht aus. Ein sehr guter Medizinertest kann außerdem notwendig sein!“ Alternativ könne man auch auf die Teilnahme am Hamburger Naturwissenschaftstest in Hamburg, Berlin oder Magdeburg setzen.

 

Medizinertest und Hamburger Naturwissenschaftstest HAM-Nat

Details zu den Auswahltests erläuterte er ebenfalls: „Für den TMS kann man trainieren, wie für den Hundertmeterlauf,“ so Murray. „Schließlich werden im TMS vornehmlich Merkfähigkeit, Genauigkeit der Wahrnehmung, räumliches Vorstellungsvermögen sowie Konzentrationsfähigkeit und Sorgfalt überprüft. Diese Fähigkeiten lassen sich durch gezieltes Training verbessern.“ Für den HAM-Nat sollte hingegen zunächst das nötige Basiswissen in Bio, Chemie und Physik aufgearbeitet werden.“ Wem naturwissenschaftliche Kenntnisse fehlen, kann diese mit Hilfe von Oberstufenliteratur und Lehrbüchern gezielt nacharbeiten, ergänzte Ruthven-Murray.

Wer hingegen unter Anleitung besser arbeitet und erste Campuserfahrung sammeln möchte, nutzt zur Vorbereitung beispielsweise das kostenpflichtige Medical Preparatory Programm der Jacobs University Bremen, das sich auf dem Infotag ebenfalls präsentierte. „Studierende im Vorbereitungsjahr lernen die naturwissenschaftlichen Grundlagen nicht nur theoretisch sondern auch ganz praxisnah in Laborkursen – und zwar auf Deutsch und Englisch“, erläutert Dr. Janine Reinhard, Programmkoordinatorin an der JU Bremen, die Vorzüge des Vorbereitungsjahres. Ein ins Programm integriertes Krankenpflegepraktikum, Laborkurse und Seminare mit ÄrztInnen geben außerdem erste Einblicke in den Arztberuf, so Reinhard.

 

Medizinstudium im Ausland

Zum deutschsprachigen Medizinstudium an den ungarischen Universitäten in Pécs, in Szeged und an der Semmelweis Universität in Budapest informierte Prof. Dr. Robert Ohmacht, Studiengangleiter des deutschsprachigen Medizinstudiengangs an der medizinischen Fakultät der Universität Pécs. Das Studium dort ist am deutschen Curriculum orientiert, die Studierenden legen nach den ersten beiden Studienjahren ein in Deutschland vollständig anerkanntes Physikum ab. Die deutschsprachigen Studiengänge in Ungarn sind kostenpflichtig, die Gebühren betragen derzeit 7.200 Euro pro Semester. Auch an den ungarischen Universitäten bewerben sich an allen drei Universitäten deutlich mehr Studienanwärter, als Studienplätze zur Verfügung stehen. Die Auswahl der Bewerber erfolgt über einen Kriterienkatalog, der vornehmlich die naturwissenschaftlichen Vorkenntnisse betrachtet, die die Bewerber in Schule, Vorkursen, ggf. auch in anderen naturwissenschaftlichen Studiengängen erworben haben. Auch relevante Berufserfahrung im medizinischen Sektor wird im Auswahlverfahren positiv bewertet.

Zum Medizinstudium in Österreich fasste Eva-Maria Gruber von der Karl Landsteiner Privatuniversität in Krems (Österreich) zusammen: „An den österreichischen Unis spielt die Abiturnote keine Rolle. Die Studienplätze werden nur nach dem Ergebnis des österreichischen Medizinertests Med-AT vergeben. Für Bewerber aus Deutschland stehen aber nur ca. 300 der insgesamt rund 1.500 Studienplätze in Österreich zur Verfügung – auf die sich jedes Jahr über 5.000 Studieninteressierte aus Deutschland bewerben,“. Der Konkurrenzdruck im Med-AT sei also sehr hoch. Eine Alternative bietet die Karl Landsteiner Privatuniversität in Krems, an der das Medizinstudium praxisnah, in Kleingruppen und bologna-konform absolviert werden kann. Die Unterrichtssprache im ersten Studienteil, dem Bachelorstudium Health Sciences ist Englisch, im zweiten Studienteil – dem Masterstudium Humanmedizin – wird in deutscher Sprache gelehrt. Die Bewerberauswahl an der Karl Landsteiner Privatuniversität erfolgt über einen Kognitionstest und ein persönliches Auswahlgespräch. Auch in Krems ist das Medizinstudium kostenpflichtig, derzeit betragen die Studiengebühren 7.500 Euro pro Semester.

Wer von einer medizinischen Universität im Ausland nach Deutschland zurückwechseln will, kann übrigens direkt ins höhere Fachsemester einsteigen, erklärte Felix Schurer von Bewerbungsrenner de. Das Unternehmen hilft Bewerbern für das höhere Fachsemester, die Bewerbungen an den verschiedenen Universitäten frist- und formgerecht einzureichen. So können die Studierenden sich weiterhin dem Studium widmen anstatt sich mit den Bewerbungsformalitäten zu belasten. „Anders als Bewerber für das erste Studiensemester, müssen sich Quereinsteiger nicht mehr über Hochschulstart bewerben, sondern können sich direkt an die Universitäten wenden,“ so Först, „eine Bewerbung fürs höhere Fachsemester ist schon nach dem ersten Semester im Ausland möglich, wenn ausreichend Studienleistungen vorliegen.“

 

Private Medizinische Hochschulen

In den vergangenen Jahren haben sich in Deutschland neue Studienmodelle etabliert, um den Ärztemangel in ländlichen Regionen entgegenzuwirken. Ein Beispiel hierfür ist die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane, die einzige Hochschule in Brandenburg, die Mediziner ausbildet. Obwohl auch hier der Konkurrenzdruck auf die wenigen Studienplätze groß ist, kann sich ein Blick aufs Bewerbungsverfahren lohnen. Dr. Julia Schendzielorz, Leiterin des Referats für Curriculumsentwicklung an der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane, ist überzeugt: „Ein Einser Abitur macht noch keinen guten Arzt oder Psychologen.“ Im Auswahlverfahren zukünftiger Studenten werde an der MHB deshalb mehr Wert auf die Persönlichkeit als auf Schulnoten gelegt. Im Studium gehe es neben der wissenschaftlichen Ausbildung, auch um die Entwicklung kommunikativer Fertigkeiten und sozialer Fähigkeiten, die den Patienten und dem gesamten Gesundheitssystem zu Gute kommen, so Dr. Schendzielorz. Um die ärztliche Versorgung in Brandenburg dauerhaft zu sichern, wird Studierenden ein Großteil der Studiengebühren erlassen, wenn sie sich dazu verpflichten, ihre Facharztausbildung in Brandenburg zu absolvieren.

Auch die Kassel School of Medicine hat ein Konzept entwickelt, um junge Ärzte dauerhaft an die Gesundheitsregion Nordhessen zu binden: Den vorklinischen Studienabschnitt verbringen die Studierenden an der renommierten britischen University of Southhampton. Nach zwei Jahren wird in die Klinik in Kassel gewechselt. Amelie Becher, Lead Administration an der KSM erläuterte zum Auswahlverfahren: „Neben schulischen Leistungen werden auch nicht-akademische Kriterien, wie die Studienmotivation und das Ergebnis des Tests für Medizinische Studiengänge hinzugezogen.“

 

Medizinstudium bei der Bundeswehr

Wer bereits im Studium verdienen will oder muss, kann das Medizinstudium bei der Bundeswehr in Erwägung ziehen. Hauptmann Mathias Ludwig von der Karriereberatung der Bundeswehr in Berlin wies allerdings darauf hin: „Sie sind bei der Bundeswehr nicht nur Arzt, sondern auch Soldat und Vorgesetzter. Im militärischen Alltag spielen bundesweite Versetzbarkeit, Auslandseinsätze, Gefahr für Leib und Leben und die Verantwortung für die Ihnen anvertrauten Soldatinnen und Soldaten eine wesentliche Rolle.“ Entsprechend sei bei der Bewerbung nicht in erster Linie der „Numerus Clausus“ entscheidend, sondern die Eignung zum militärischen Führer und Vorgesetzten.

„Viele Wege führen ins Medizinstudium“, resümierte Ruthven-Murray die Veranstaltung. „Neben guten Noten helfen vor allem valide Informationen, die eine gute Planung für den einzelnen überhaupt erst möglich machen. Dabei möchten wir durch unserer Studienberatung – aber auch mit dem Infotag Medizinstudium unterstützen. “

Die Termine zu den kommenden Infotagen zum Medizinstudium in Berlin und anderen Städten finden Sie unter www.planz-studienberatung.de/infotag-medizinstudium.

Bookings

Diese Veranstaltung kann nicht mehr gebucht werden.

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