Bewerbungsverfahren Medizin und Zahnmedizin Sommersemester

Für das Studium an einer medizinischen Fakultät der öffentlichen Hochschulen in Deutschland, müssen Sie sich zunächst über die Stiftung für Hochschulzulassung – kurz Hochschulstart (www.hochschulstart.de) – bewerben.

Hier gelten folgende Quoten: Nach Abzug einer Vorabquote für Härtefälle, Zweitstudienbewerber und ausländische Studienbewerber werden 20% der Studienplätze von Hochschulstart an die Abiturbesten des Jahrgangs vergeben, 20% werden nach Wartezeit verteilt, und 60% der Studienplätze können die Unis in einem eigenen Auswahlverfahren (AdH) vergeben – dem so genannten Auswahlverfahren der Hochschulen.
Hochschulstart stellt für die Bewerber das Online-Anmeldeportal AntOn zur Verfügung. Um am Auswahlverfahren der Hochschulen teilzunehmen, müssen Sie im AntOn-Anmeldeportal Ihre Bewerbung mittels der Ortspräferenzen vornehmen. Es stehen sechs Ortspräferenzen in allen drei Quoten zur Verfügung. Obwohl die Bewerbung vollständig online abläuft, müssen weitere Unterlagen, wie die beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses, per Post bei Hochschulstart eingereicht werden.

Alle Informationen und den Zugang zu Anton gibt es unter www.hochschulstart.de.
Weitere Unterlagen werden an folgende Postadresse gesandt:
Hochschulstart / Sonnenstraße 171 / 44137 Dortmund.

Für Alt-Abiturienten ist die Bewerbungsfrist der 31. Mai zum Wintersemester!!! Für Neu-Abiturienten endet die Frist am 15. Juli für das Wintersemester.
Für das Sommersemester endet die Bewerbungsfrist für beide Gruppen am 15. Januar.

Das Online Anmeldeportal Anton unterteilt sich in die drei Bereiche

  • Auswahl über Abiturbestenquote,
  • Auswahl über Wartezeit und
  • Auswahl im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH).

 

Beginnen wir mit der Abiturbestenquote.

In der Abiturbestenquote messen sich die Bewerber zunächst nur mit anderen Bewerbern, die im gleichen Bundesland Abitur gemacht haben. Die Abibestenquote wird auch als Landesquote oder Landes-NC bezeichnet.

Im Sommersemester 2018 erhielten diejenigen Bewerber einen Studienplatz in der Medizin oder Zahnmedizin, die im jeweiligen Bundesland mit mindestens der in der Tabelle genannten Note Abitur gemacht haben. Als Zweitkriterium gilt hier die Wartezeit. Bringen also zwei Bewerber die gleiche Durchschnittsnote mit, wird die Wartezeit als zweites Auswahlkriterium herangezogen. Die Zulassungsgrenzwerte in dieser Quote schwanken zwar von Jahr zu Jahr etwas, das Niveau bleibt aber jedes Jahr ungefähr gleich.

Beispiel: Wenn Sie Ihr Abi in in Baden-Württemberg mit einer 1,7 absolviert haben, haben Sie auch zum Sommersemester 2018 in der Abibestenquote keine reelle Chance – weder für die Zahnmedizin, noch für die Humanmedizin! 

Wenn Sie die Auswahlgrenzen wie im genannten Beispiel nichts treffen, müssen Sie in der Abiturbestenquote eigentlich gar keine Ortspräferenzen angeben. Es schadet Ihnen aber auch nichts!

Nun zur Wartezeitquote.

Hier ist zunächst mal zu klären, was Wartezeit überhaupt bedeutet. Wartesemester sammeln Sie automatisch ab dem Zeitpunkt, an dem Sie Ihre Hochschulzugangsberechtigung erhalten haben und nicht an einer deutschen Hochschule eingeschrieben sind. Beispiel: Haben Sie nach dem Abi erstmal ein einjähriges FSJ gemacht und sind ein weiteres Halbjahr mit dem Rucksack durch Südamerika getingelt, dann haben Sie für Ihre Bewerbung im Sommersemester bereits 3 Wartesemester vorzuweisen.

In der Wartezeitquote messen sich alle Bewerber miteinander, wobei alle nach der Zahl der Wartesemester gereiht werden – ganz egal was sie in der Wartezeit gemacht haben und in welchem Bundesland sie Abitur gemacht haben. Als Zulassungsgrenze in der Wartezeitquote galten im vergangenen Sommersemester (2018) mindestens 15 Semester für die Humanmedizin und mindestens 13 Semester für die Zahnmedizin.

Bei Ranggleichheit – also im Falle, dass mehrere Bewerber bereits gleichlang warten – wird die Abinote als Zweitkriterium herangezogen. Im Sommersemester 2018 konnten Bewerber mit 15 Wartesemestern und mindestens einer 2,8 auf dem Abizeugnis in der Wartezeitquote für die Humanmedizin zugelassen werden. In der Zahnmedizin galten  13 Wartesemester und mindestens eine 2,9 auf dem Abizeugnis zugelassen. (Vergleiche www.hochschulstart.de)

Die Wartezeitquote soll allerdings mit der geplanten Neuregelung der Zulassung zum Medizinstudium in 2019 fallen! Ob es eine Übergangsregelung geben wird, ist noch nicht vollständig geklärt. 

Auswahlverfahren der Hochschulen

Glücklicherweise gibt es aber nicht nur die Abibestenquote und die Wartezeitquote. Wie eingangs erwähnt werden immerhin 60% der Studienplätze in der Humanmedizin und Zahnmedizin in den hochschuleigenen Auswahlverfahren verteilt. Man spricht hier auch von den Auswahlverfahren der Hochschulen oder kurz: AdH. 

Es gibt 35 öffentliche Hochschulen in Deutschland, an denen Medizin studiert werden kann. Für das Wintersemester können Sie sich an allen bewerben. Neun davon starten zusätzlich auch zum Sommersemester mit der Humanmedizin. In der Zahnmedizin wird sogar an 14 Unis zum Sommersemester gestartet.

Jede dieser Hochschulen hat ein eigenes Auswahlverfahren, im dem sie verschiedene Aspekte bei der Auswahl ihrer Studenten berücksichtigt. Einige – wie etwa die Uni Bonn  – machen es sich dabei besonders einfach und schauen sich wieder nur die Abiturnote an.

Manche Unis geben Bonuspunkte für berufspraktische Erfahrungen in Form einer abgeschlossenen Ausbildung oder eines Freiwilligendienstes nach dem Abitur,  andere berücksichtigen Einzelnoten in für das Studium wichtigen Fächern wie Chemie oder Biologie. Viele schauen sich das Ergebnis des Medizinertests TMS an und geben Sonderpunkte im Vergabeverfahren, wenn Sie im Test für Medizinische Studiengänge besonders gut abgeschnitten haben.  Welche Uni welches Verfahren anwendet, erfahren Sie aus der jeweiligen Auswahlsatzung der Universität. Die Auswahlsatzungen werden häufig im Netz veröffentlicht.

Als Beispiel hier der Link auf die Auswahlsatzung der Uni Heidelberg
www.uni-heidelberg.de/md/studium/download/med_zmed.pdf 
Natürlich veröffentlichen die Unis aber auch deutlich besser lesbare Texte direkt auf Ihren Websites. (Diese Liste zeigt nur Unis, an denen Sie sich zum Sommersemester bewerben können!)

Und: Hilfe bei der Auswahl der richtigen Ortspräferenzen bietet auch unser ⇒ Hochschulstarter und unsere individuelle ⇒ Studienberatung Medizin!

Linkliste zu den Auswahlverfahren der Hochschulen im Sommersemester  
ZAHNMEDIZINHUMANMEDIZIN 
 Charité BerlinCharité Berlin
 Uni Erlangen-NürnbergUni Erlangen-Nürnberg
 Uni Freiburg
 Uni Gießen Uni Gießen
 Uni Göttingen Uni Göttingen
 Uni Köln Uni Köln
 Uni Mainz Uni Mainz
 Uni Marburg
 Uni München
 Uni MünsterUni Münster 
 Uni Regensburg
 Uni Tübingen Uni Tübingen
 Uni Ulm
 Uni Würzburg Uni Würzburg

In der AdH-Quote bei Hochschulstart stehen sechs mögliche Ortspräferenzen zur Verfügung. Sie können in dieser Quote also bis zu sechs Hochschulstandorte (Ortspräferenzen) angeben. Allerdings nehmen Sie nur dann am AdH teil, wenn Sie die entsprechende Uni in Ihren Ortspräferenzen nennen.

Die Reihung der Ortspräferenzen spiegelt übrigens keine Rangfolge der Chancen wieder. Es muss also nicht sein, dass Sie  an dem Standort, dem Sie die erste Ortspräferenz zuordnen, die besten Chancen haben.

*** Hinweis: 1. Ortspräferenz bei Hochschulstart **** 

Beim Setzen der Ortspräferenzen müssen Sie die so genannte Vorauswahl berücksichtigen! Die Vorauswahl über die Note ist nicht wirklich relevant, weil der endgültige Zulassungsgrenzwert sowieso höher ist. Wichtig ist aber die Vorauswahl über die Ortspräferenz! Viele Unis berücksichtigen nur diejenigen Bewerber im AdH, die die entsprechende Uni an erste Ortspräferenz gesetzt haben. Dies müssen Sie beim beim Setzen der Ortspräferenzen unbedingt berücksichtigen.

Welche Unis im Sommersemester 2019 in der ersten Ortspräferenz zur Verfügung stehen, erfahren Sie ⇒ hier.

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