Zulassung zum Masterstudium


Die Frage nach der Zulassung zum Masterstudium ist mitunter nicht ganz einfach zu beantworten. In vielen Fällen ist der Übergang sehr einfach. Manchmal gibt es aber recht spezielle Voraussetzungen für die Studiengänge. Eine allgemeine Aussage, wer wo und wie reinkommt kann, ich leider nicht treffen. Ob die Zulassung erfolgen kann, muss man immer im Einzelfall prüfen. Dabei gibt es für den Zugang zum Masterstudium gleich zwei Hürden: Als erstes muss die formale Hürde genommen werden. Erfüllt der Bewerber die formalen Voraussetzungen, muss er aber auch tatsächlich zugelassen werden. Dies hängt stark von den erbrachten Studienleistungen ab und wie viele Bewerber beim Masterstudiengang um die Plätze konkurrieren.

Formale Zulassung
Die formalen Zulassungsvoraussetzungen sind bei der Bewerbung zu einem Masterstudiengang sehr wichtig. Gerade beim Wechsel der Hochschule und noch mehr beim Wechsel des Faches müssen diese eingehend geprüft werden. Ich empfehle hier aber immer, eine Bewerbung abzugeben – selbst wenn man sich sicher ist, dass die formalen Voraussetzungen nicht hundertprozentig erfüllt sind. Der Grund ist ganz einfach: Die Auswahlkriterien sind häufig mit Ermessensspielraum ausgestattet. Und diese Spielräume werden von der Zulassungsstelle gerne großzügig ausgelegt, wenn es nicht ausreichend Bewerber für den Masterstudiengang gibt. Je höher die Konkurrenz um die Studienplätze ist, desto schärfer werden auch die Zulassungsregeln interpretiert.
Erst bei der Bewerbung können Sie mit Sicherheit feststellen, ob Sie alle Voraussetzungen für die Zulassung erfüllen. Wenn Sie eine Absage bekommen, sollten Sie sich nicht zu sehr ärgern. Mit etwas Glück bekommen Sie eine genaue Begründung für die Absage und können dann möglicherweise diese Voraussetzungen für das nächste Auswahlverfahren schaffen. Es ist denkbar, dass Sie mit einem halben Jahr mehr Berufserfahrung und vielleicht einer Statistik-Prüfung von einer Summer-School Ihre Zulassung ein wenig später doch bekommen.

Wechsel der Hochschulform
Das erste wichtige Thema im Rahmen der Zulassung zum Masterstudium ist die Wahl der Hochschulform. Grundsätzlich ist es aus formaler Sicht problemlos möglich, die Hochschulform nach dem Bachelorabschluss zu wechseln. In der Realität kann man aber häufig einen regelrechten Protektionismus -vor allem von Universitäten- beobachten, mit dem Studienbewerber von anderen Hochschulformen systematisch ausgeschlossen werden. Dies ist für die Universitäten im Grunde recht einfach. Es werden Zulassungsbedingungen gestellt, die von Fachhochschulen im Regelfall nicht ohne weiteres erfüllt werden können. Bei BWL sind dies Mindestpunktzahlen im Fachbereich VWL, den es an Fachhochschulen meist nicht gibt, oder in der Psychologie ist es die Methodenlehre.
Wer also seinen Studienabschluss an einer Fachhochschule absolviert hat, kann tatsächlich wegen fehlender Studieninhalte von der Bewerbung bei universitären Studiengängen ausgeschlossen werden.

Beispiel Psychologie:
Die Auswahlsatzung für das Masterstudium Psychologie an der Uni Freiburg regelt, dass zum Studium zugelassen wird, wer „über einen überdurchschnittlichen ersten berufsqualifizierenden Abschluss an einer deutschen Universität oder ausländischen Universität in einem Bachelorstudiengang Psychologie oder in einem diesem verwandten Studiengang einer Hochschule von mindestens drei Jahren Dauer mit mindestens der Gesamtnote „gut (2,5)“ erworben hat.

Soweit ist tatsächlich die Zulassung für Bachelorabsolventen von Fachhochschulen grundsätzlich möglich. Der Teufel steckt aber im Detail: Später in der Auswahlsatzung kommt der Passus

„… über Kenntnisse im Bereich Psychologische Methodenlehre im Umfang von mindestens 40 ECTS-Punkten verfügt, …“.

Es ist unwahrscheinlich, dass ein FH-Studiengang einen so großen Anteil Methodenlehre in der Prüfungsordnung vorsieht – und selbst wenn, muss dieser dann noch vollständig anerkannt werden. Wer sich also mit seinem Bachelorabschluss in angewandter Psychologie an der Uni für die Psychologie bewirbt, wird höchstwahrscheinlich eine Absage mit der Begründung bekommen, dass nicht alle verlangten Studienleistungen vorliegen.

Dieses Problem kann grundsätzlich aber gelöst werden: Es ist möglich, an der Fernuniversität Hagen einzelne Prüfungsleistungen im Fach Psychologie zu absolvieren. Mit diesen nachträglich erbrachten Studienleistungen sollte die Bewerbung dann funktionieren. Ob es wirklich klappt, zeigt dann der Praxistest. Leider lässt sich der Erfolg bei solchen Strategien nie ganz sicher vorhersagen. Gerade bei Fächern, in denen eine hohe Konkurrenz um die Studienplätze vorliegt, neigen die Universitäten dazu, ihre Ermessenspielräume nicht zugunsten der Bewerber auszulegen.

Wechsel des Studienfaches
Die Frage nach dem passenden Masterstudium ergibt sich auch aus der Möglichkeit die Hochschule oder das Studienfach zu wechseln. Es gibt sehr viele Möglichkeiten für eine inhaltliche und fachliche Neuausrichtung im Masterstudium. Den vielen Möglichkeiten entsprechend, existieren aber auch viele Regelungen, die den Zugang zum Masterstudium reglementieren.

In Deutschland gibt es grundsätzlich zwei Typen von Masterstudiengängen. Um es gleich vorab zu sagen, diese Einteilung ist etwas verwirrend. Es gibt konsekutive Masterstudiengänge und weiterbildende Masterstudiengänge. Konsekutive Masterstudiengänge führen das Bachelorstudium fachlich fort. Hier hat sich die Regelung etwas geändert. Früher besagte die Regelung, dass der fachliche Zusammenhang gewahrt sein müsse. Daraus ergab sich, dass im Normalfall das bisherige Studium ganz schlicht fortgesetzt wurde. Im weiteren Sinne zählten hierzu aber auch Studiengänge, die eine fachliche Erweiterung brachten oder sogar fachübergreifend gestaltet waren. Durch die Neuregelung sind die ehemals nicht-konsekutiven Masterstudiengänge zu den konsekutiven hinzu definiert worden. Heute gilt also zusätzlich, dass auch fachlich anders ausgestaltete Studiengänge zu den konsekutiven Studiengängen gezählt werden. Die Definition ließe sich aber auch einfacher formulieren: Alle Studiengänge, die nicht weiterbildend sind, sind nach heutiger Definition konsekutiv.

Da ich versuchen möchte, die Masterstudiengänge nach den Zulassungsvoraussetzungen zu sortieren, nehme ich eine eigene Definition vor:

Konsekutive Studiengänge / fachliche Fortführung

Es wird ein bestimmtes Studienfach mit einem bestimmten Studienumfang und gelegentlich einer erbrachten Mindeststudienleistung verlangt.

Beispiel: Physik, Master of Science, Uni Stuttgart:

… einen Abschluss in einem mindestens sechssemestrigen Bachelorstudiengang … in Physik oder in einem inhaltlich nahe verwandten Studiengang …

Konsekutive Studiengänge / fachliche Erweiterung

Als Voraussetzung werden verschiedene Studiengänge verlangt, die einen fachlichen Zusammenhang zum Masterstudiengang haben. Oftmals wird auch der Studienumfang oder die Mindestleistung im Bachelor definiert.

Beispiel: Kognitionswissenschaft, Master of Science, Uni Freiburg:

… einen überdurchschnittlichen ersten Abschluss … in einem Bachelorstudiengang der Kognitionswissenschaft, der Psychologie, der Informatik oder der Linguistik oder in einem gleichwertigen mindestens dreijährigen Studiengang …

Konsekutive Studiengänge / kein fachlicher Zusammenhang

Als Voraussetzung wird ein abgeschlossenes Bachelorstudium verlangt, das keinen fachlichen Zusammenhang zum Masterstudium hat. Oft werden Anforderungen an den Studienumfang und an die Abschlussnote formuliert.

Beispiel: Betriebswirtschaft (für Studierende ohne BWL-Vorkenntnisse), Master of Arts, FH Kiel: … ein erfolgreich abgeschlossenes erstes berufsqualifizierendes Studium in einem ingenieurwissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen oder sozialwissenschaftlichen Studiengang … . Ebenso Absolventen von Sprachstudiengängen oder Abschlüssen wie Philosophie können sich bewerben.

Weiterbildende Studiengänge

Beschreibendes Merkmal der weiterbildenden Studiengänge ist, dass neben den Anforderungen an den Bachelorabschluss vor allem einschlägige Berufserfahrung verlangt wird.

Beispiel Clima Design, Master of Science, TU München: Der Studiengang richtet sich an Absolventen der … Architektur, Bauingenieurwesen, Umweltingenieurwesen, Versorgungstechnik … . Qualifiziert sind Absolventen mit einem berufsqualifizierenden Hochschulabschluss mit mind. 210 ECTS, … . Für die Zulassung sind eine einschlägige Berufspraxis im Baubereich, nicht unter einem Jahr, nach dem ersten akademischen Abschluss, … nachzuweisen.

 

Prüfung der formalen Zulassungsvoraussetzungen
Hierfür sollten Sie sich erstmal Ihre Unterlagen zusammensuchen. Dazu gehören in jedem Fall Ihre Bachelorurkunde, eine Übersicht zu ihren erbrachten Prüfungsleistungen, der Modulkatalog und die gültige Prüfungsordnung ihres Studienganges, Arbeitszeugnisse und Sprachzertifikate. Wenn Sie die ganzen Unterlagen schon zusammen suchen, können Sie die Gelegenheit gleich nutzen und Ihren Lebenslauf auf den aktuellen Stand bringen. Der wird immer wieder von den Hochschulen verlangt. Eine kleine Hilfestellung zum Erfassen der relevanten Daten soll Ihnen die nachfolgende Liste geben. Natürlich kann es sein, dass Sie noch weitere Informationen parat haben müssen – mit den nachfolgenden Informationen sollten Sie aber bei den meisten Studiengängen recht weit kommen.

 

Bezeichnung Ihres Studienganges: ________________________________

Abschluss: ________________________________

Abschlussnote: ________________________________

Studienumfang / 180 | 210 CP: ________________________________

Ihre Fakultät: ________________________________

Uni oder FH? ________________________________

Liste aller abgelegten Prüfungen

Bezeichnung / CP: ________________________________

….

Fremdsprachen / Sprachzertifikate: ________________________________

….

Berufstätigkeit / Führungsverantwortung: ________________________________

Zertifikate / Tests: ________________________________

Empfehlungsschreiben: ________________________________

 

Wenn Sie Ihre Daten zur Hand haben, fehlt noch das Gegenstück. Dies wird durch die Zulassungsordnung des begehrten Masterstudiums gebildet. Nahezu jeder Masterstudiengang hat seine eigenen Zulassungsbestimmungen. Diese sind in der Zulassungsordnung geregelt. Manchmal sind diese aber auch in der Prüfungs- oder Studienordnung oder auch in der Auswahlsatzung versteckt. Alle diese Dokumente werden im Regelfall von den Hochschulen im Internet veröffentlicht. Oftmals erfordert es aber ein wenig Geduld diese zu finden – oder einen Anruf beim Immatrikulationsamt beziehungsweise bei dem Fachbereich. Ist die entsprechende Ordnung gefunden, dann können Sie sich heraussuchen, welche Bedingungen für die Zulassung erforderlich sind. Nachfolgend einige beispielhafte Formulierungen, die recht häufig zu finden sind.

  1. Ein mindestens X semestriges Bachelorstudium im Umfang von 180 / 210 ECTS oder gleichwertiger Abschluss in dem Studiengang A oder B oder einem vergleichbaren Studiengang. Zur Feststellung der Vergleichbarkeit wird der Modulkatalog des Studienganges A genommen.
  2. Eine Bachelorprüfung die mit der Mindestnote gut (2,5) absolviert wurde
  3. Der Abschluss muss an einer Universität / Fachhochschule oder einer gleichgestellten Hochschule erworben worden sein.
  4. Sprachanforderung in der Sprache AB auf einem erhöhtem Niveau (B2)
  5. Mindestens X Jahre Berufserfahrung mit Personalverantwortung
  6. Erbrachte Leistungsnachweise in den Fächer A, B und C im Umfang von X CP.

Die erste Regelung ist nahezu immer aufgeführt. Nur ganz wenige Studiengänge stehen allen Bachelorabsolventen offen. Die nachfolgenden Punkte sind nicht immer – aber eben recht häufig zu finden. In nur einem Fall können Sie ganz sicher gehen, dass Sie die formalen Voraussetzungen ganz sicher erfüllen: Haben Sie Ihren Bachelorabschluss im gleichen Fach, idealerweise an der gleichen Hochschulen gemacht und sind Sie mit Ihren Noten innerhalb der genannten Grenzen. Wenn nicht, wird die formale Anerkennung dann geprüft, wenn über Ihre Bewerbung entschieden wird. Niemand an der Hochschule wird Ihnen vorab eine verbindliche Aussage hierzu geben. Die Hochschulen neigen dazu einem zu raten, sich einfach mal zu bewerben – und genau diesen Rat gebe ich Ihnen auch. So können Sie am einfachsten prüfen, ob Ihre Bewerbung formal standhält. Nicht selten sind die formalen Zulassungsbedingungen Ermessenssache der zulassenden Stelle. Hier gilt, je größer die Konkurrenz unter den Bewerbern ist, desto geringer wird der Ermessenspielraum ausgelegt. Oder andersherum – gibt es weniger Bewerber als Plätze, dann ergeben sich hier sehr viele Möglichkeiten. Natürlich kann es passieren, dass eine Hochschule einen Bewerber ablehnt, obwohl dieser fest davon überzeugt ist, die formalen Voraussetzungen zu erfüllen. Hierbei muss es sich nicht unbedingt um einen Fehler der Hochschule handeln – es kann auch ein Kalkül sein um das Bewerbungsverfahren klein zu halten und Bewerber aus fremden Studiengängen fernzuhalten. Es ist ja durchaus nachvollziehbar, wenn Hochschulen einen gewissen Protektionismus betreiben und primär die eigenen Studierenden zulassen. Wenn Sie eine Ablehnung bekommen, obwohl Sie überzeugt sind, dass Sie die formalen Anforderungen erfüllen, bleiben Ihnen nicht viele Möglichkeiten, Sie können die Absage einfach akzeptieren und sich für ein anderes Studium entscheiden oder sich mit Hilfe eines Fachanwaltes wehren. Welche Strategie richtig ist, hängt davon ab, wie dringend Sie genau dieses Studium beginnen wollen.

Haben Sie die erste Hürde mit den formalen Voraussetzungen genommen, haben Sie den Studienplatz leider noch nicht sicher. Denn, gibt es für den Studiengang mehr Bewerber als Studienplätze zur Verfügung stehen, können nicht alle Bewerber zugelassen werden. In einem solchen Fall, muss durch die Hochschule vor dem Bewerbungsverfahren geregelt werden, anhand welcher Kriterien eine Rangbildung bei den Bewerbern für die Vergabe der Studienplätze gebildet wird. Dieses Verfahren ist im Grunde mit denen für das Bachelorstudium zu vergleichen.

In vielen Masterstudiengängen wird die Anzahl der Studienplätze durch die Hochschulen beschränkt, um eine möglichst hohe Qualität des Studiums zu gewährleisten. Eine Zulassungsbeschränkung ist also auch immer ein Qualitätskriterium für den Studiengang. Da ist es wenig überraschend, dass es bei den besonders guten Masterstudiengängen fast immer eine beschränkte Anzahl von Studienplätzen gibt, denen deutlich mehr Bewerber gegenüber stehen. In einer solchen Situation ist die Hochschule gezwungen eine Auswahl unter den Bewerbern zu treffen. Hierbei gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Hochschulen.

Private Hochschulen haben wie jedes private Unternehmen das Recht, die Vertragspartner – in diesem Fahl die Studierenden – frei auszusuchen. Welche Kriterien dabei herangezogen werden, steht ihnen völlig frei, sofern alles in einem legalen Rahmen abläuft. Allerdings gibt es eine kleine Einschränkung: Sofern die prüfende Stelle einen staatlich anerkannten Studienabschluss vergibt, muss der Bewerber einen grundständigen staatlich anerkannten Abschluss vorweisen können. In der Praxis orientiert sich ein Großteil der privaten Hochschulen an den Regelungen, welche für die staatlichen Hochschulen gelten. Das strahlt Seriosität aus.

Staatliche Hochschulen sind gesetzlich verpflichtet, die Zulassungskriterien für einen Studiengang in einer Satzung zu beschreiben. Welche Kriterien von der Hochschule auch immer herangezogen werden, es gelten ganz wichtige Grundsätze: Die Vergabekriterien müssen vergleichbar sein, alle Bewerber sollen gleich behandelt werden und das Vergabeverfahren muss transparent und nachvollziehbar sein. Im Grunde hat sich hieraus die Praxis entwickelt, vor allem die bislang erbrachten Schul- und Studienleistungen als Auswahlkriterien heran zu ziehen. Diese Auswahlverfahren sind immer Ranglistenverfahren, in denen alle Bewerber nach den gleichen Kriterien, sortiert werden. Die vorderen Bewerber bekommen eine Zulassung, die hinteren Bewerber leider nicht. Gerade die Abiturnote spielt hier häufig nochmal eine Rolle, weil die Bachelorabschlussnoten bei unterschiedlichen Studiengängen nicht immer vergleichbar sein müssen.

Häufige Kriterien für die Auswahlverfahren sind neben der Abschlussnote im Bachelorstudium und möglicherweise der Abiturnote vor allem studiengangbezogene Faktoren. Sind Fremdsprachen ein wesentlicher Teil des Studiums kann ein Sprachtest erfolgen, in wirtschaftlich orientierten Studiengängen werden häufig Bewerbungsgespräche geführt und ein Motivationsschreiben verlangt. Es ist aber auch möglich, dass die Passung zwischen dem vorliegenden Bachelor und dem angestrebten Master als Kriterium bewertet wird.

Ein Beispiel, wie solche Auswahlverfahren gestaltet werden können, möchte ich Ihnen am Beispiel des Masterstudienganges Business Administration in Transport and Logistics der Hochschule Heilbronn zeigen. Der Studiengang ist mit circa 26 Studienanfängern jedes Jahr recht klein und mit fast 16 Bewerbern pro Studienplatz auch ziemlich beliebt!

Das Verfahren läuft in zwei Stufen ab:

1. Vorauswahl:

Für die Vorauswahl wird eine Rangliste anhand der Abschlussnote des Bachelorstudiums, einem Bonus für einen Auslandsaufenthalt von mehr als 4 Monaten und eine Wertzahl für die Passgenauigkeit des Bachelorstudiums zum Masterstudium genommen:

 

Note Bachelorstudium                                          Note                                                              gewichtet mit 0,5

Auslandsaufenthalt                                                Ja 2,0 / nein 4,0                                         gewichtet mit 0,1

Passgenauigkeit                                                       hoch 1,0 / niedrig 5,0                              gewichtet mit 0,4

 

Anhand der Kriterien wird eine Rangliste gebildet. Doppelt so viele Bewerber wie Studienplätze zur Verfügung stehen werden zum Auswahlgespräch eingeladen.

2. Auswahlgespräch

Die Kriterien aus der Vorauswahl werden jetzt nochmal um das Ergebnis des Auswahlgespräches ergänzt. Es ergeben sich folgende Kriterien für die Rangbildung:

 

Note Bachelorstudium                                          Note                                                              gewichtet mit 0,3

Auslandsaufenthalt                                                Ja 2,0 / nein 4,0                                         gewichtet mit 0,1

Passgenauigkeit                                                       hoch 1,0 / niedrig 5,0                              gewichtet mit 0,2

Auswahlgespräch                                                    sehr gut 1,0 / nicht gut 5,0                    gewichtet mit 0,2

 

Für die Durchführung von Auswahlgesprächen gibt es in den Auswahlsatzungen eine genaue Regelung, wofür es Punkte gibt. So wird in Heilbronn die Motivation des Bewerbers und die persönliche Eignung beurteilt.

Der Grenzwert lag im Vergabeverfahren 2014 bei 2,31. Dies bedeutete, dass ein Bewerber, der in einem sehr gut passenden Bachelorstudium eine Abschlussnote 2,2 hatte ohne Auslandsaufenthalt und mit einem schlechten Auswahlgespräch einen Platz bekommen hätte. Bewerber mit einer schlechteren Note hätten sich über das Bewerbungsgespräch oder einen Auslandsaufenthalt verbessern müssen.

Ihre eigenen Chancen auf einen Studienplatz können Sie also durchaus ausrechnen. Wenn Sie sich einen Verfahrenswert ausrechnen, mit dem Sie im letzten Vergabeverfahren sicher einen Platz bekommen hätten, stehen die Chancen ganz gut, dass Sie auch im kommenden Verfahren einen Platz bekommen. Aber Vorsicht! Es gibt keine Garantie, und wenn sich aus einem schwer erklärbaren Grund plötzlich viel mehr Bewerber für den Studiengang interessieren, kann es hier zu sprunghaften Veränderungen in den Vergabegrenzen kommen. Bei der Bewerbungsstrategie gilt also immer der Grundsatz, das Risiko keinen Studienplatz zu bekommen durch möglichst viele Bewerbungen zu reduzieren. Wenn Sie sich ausrechnen, dass sie im letzten Vergabeverfahren keinen Platz bekommen hätten, lassen Sie bitte nicht gleich den Kopf hängen. Bewerben sie sich trotzdem. Vielleicht haben Sie Glück und der Vergabegrenzwert verändert sich zu Ihren Gunsten. Auch so etwas passiert recht häufig. Außerdem gibt es vor allem in Studiengängen, die viele Studienplätze anbieten sehr oft Nachrückverfahren und teilweise sogar Losverfahren, in denen offen bleibende Studienplätze verlost werden. Mit etwas Lotterieglück, bekommen Sie so Ihren Traumstudienplatz.

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