planZ – Bildungsletter | November 2006


Hello ,

in diesem Newsletter gehts um Auslandsaufenthalte während des Studiums, warum sich studieren lohnt – aber auch darum, was ein Studium überhaupt so kostet. Viel Spaß beim Lesen!

Herzliche Grüße,
Euer Beraterteam der Studienberatung planZ
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Studieren im Ausland

Ein Studienaufenthalt im Ausland macht nicht nur jede Menge Spaß und bringt neue Freunde (wie wir das aus dem Kinofilm L’Auberge Espangole kennen), sondern stärkt auch sprachliche Qualifikationen, Selbstständigkeit und kulturelles Verständnis und bringt ein dickes Plus im Lebenslauf.

Auslandsaufenthalte im Rahmen des Studiums lassen sich als komplette Studienaufenthalte, als Auslandssemester oder als Summer Universities organisieren. Für alle drei Möglichkeiten gilt, dass ausreichend Vorbereitungszeit eingeplant werden sollte.

Ein komplettes Studium im Ausland zu absolvieren ist vor allem für diejenigen interessant, die in Deutschland aufgrund der Zulassungsbeschränkung keine oder wenig Chancen auf den Traumstudienplatz haben – also zum Beispiel für angehende Medizinstudenten, die von der ZVS abgelehnt wurden. Interessant kann auch ein Masterstudium im Ausland sein – schließlich wird der an einer deutschen Hochschule erworbene Bachelorabschluss im europäischen Ausland in der Regel vollständig anerkannt. Hierbei solltest du beachten, dass ein Studienbeginn im europäischen Ausland häufig nur zum Wintersemester möglich ist. Als Vorlaufzeit solltest du min. 6 Monate einplanen.

Ein Auslandssemester kannst du selbstständig organisieren, in dem du Kontakt mit einer ausländischen Hochschule aufnimmst und dort um Aufnahme als Austauschstudent bittest. Viele deutsche Hochschulen bieten ihren Studierenden auch im Rahmen des europäischen Förderprogramms SOKRATES / ERASMUS die Möglichkeit, ein oder zwei Studiensemester an einer kooperierenden Hochschule im Ausland zu verbringen. Als Vorlaufzeit solltest du ebenfalls min. ein halbes Jahr einplanen.

Summer Universities sind im Prinzip für alle Studierenden interessant, die sich in der vorlesungsfreien Zeit ihr Studium vorantreiben möchten. Als Summer Universities bezeichnet man ein- bis dreiwöchige Blockseminare zu bestimmten Themen, die während der vorlesungsfreien Zeit an Hochschulen in Deutschland und international angeboten werden. Sie richten sich an alle interessierten Studierenden – egal wo diese ihr Studium absolvieren. Interessierte Teilnehmer müssen sich rechtzeitig für die Kurse bewerben und manchmal auch bestimmte Anforderungen erfüllen. Oft werden Gebühren für die Teilnahme erhoben. Wird die in der Summer University erbrachte Leistung mit ECTS – Punkten bewertet, kannst du dir die Punkte voll auf dein Studium anrechnen lassen und damit Studienzeit sparen!

Studium als Jobgarant

Wer studiert wird nicht nur schlau. Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) haben Hochschulabsolventen nicht nur mehr Chancen auf gute Jobs, sondern geben darüber hinaus an, im Job oft interessante, abwechslungsreiche und befriedigende Tätigkeiten auszuführen. Ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium also eine Garantie für einen guten Job?

Die Antwort auf diese Frage ist ein klares JEIN. Natürlich kann davon ausgegangen werden, dass Hochschulabsolventen aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation wesentlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben als gering Qualifizierte und Menschen ohne Ausbildung. Außerdem bietet das Hochschulstudium eine breite Ausbildung, die in der Regel nicht auf ein bestimmtes Berufsbild hinzielt, sondern auf eine Vielzahl von Berufsfeldern vorbereitet.

Hochschulabsolventen sind damit auf dem Arbeitsmarkt wesentlich flexibler einsetzbar. Hinzu kommt, dass Studierende im Studium ständig mit organisatorischen Hürden, Prüfungsstress und notorischer Geldknappheit konfrontiert werden, die es zu bewältigen gilt: hier werden Flexibilität und Weitsicht geschult und ein Bewusstsein für eine kreative und selbstverantwortliche Herangehensweise an den Arbeitsmarkt geschaffen.

Allerdings können sich auch Hochschulabsolventen nicht darauf verlassen, mit dem Abschlusszeugnis eine Jobgarantie für DEN Traumjob zu erhalten. Wer beispielsweise plant, nach dem Studium der Germanistik als Journalist für den Feuilleton der Lieblingstageszeitung zu schreiben, sollte sich unbedingt darauf gefasst machen, dass der Konkurrenzdruck hier gewaltig ist und der Chefredakteur nicht gerade auf den frischgebackenen Magister der freien Künste gewartet hat. Ähnliches gilt übrigens auch für die Ingenieurswissenschaften. Die Arbeitsmarktangebote für Fahrzeugtechniker mit Testfahrerambitionen sind knapp und die Konkurrenz schläft nicht.

Studieninteressierte sollten sich deshalb darauf einstellen, dass die Berufswahl nicht vor, sondern während dem Studium stattfindet. Das Studium gibt dir hingegen die Möglichkeit, sich ein breites Spektrum an Fähigkeiten in einem Bereich anzueignen, der dich interessiert und deinen Fähigkeiten entgegenkommt.

Studieren – ein teurer Spaß!

Studieren: ein teurer Spaß für Studierende (bzw. deren Familien) UND Vater Staat. Nach Angaben der Studentenwerke benötigte ein Studierender 2003, der nicht bei seinen Eltern wohnt, pro Monat mindestens rund 700 Euro zur Lebenshaltung. Dabei können wir sicher sein, dass die Lebenshaltungskosten seit 2003 sicherlich bereits auf einen Betrag von 750 Euro gestiegen sind. Doch wie viel Geld investiert eigentlich der Staat in seine Studierenden?

2003 verursachte ein Studierender durchschnittliche Ausgaben von 7.300 Euro, wobei hier ein großer Unterschied zwischen Uni-Studium und FH-Studium besteht. So wurde der Steuerzahler pro Unistudent mit 8.300 Euro zur Kasse gebeten, während er für einen FH-Studenten lediglich 4.300 Euro zu entrichten hatte. Grund hierfür sind vor allem die niedrigeren Gehälter und höheren Lehrverpflichtungen der Fachhochschulprofessoren.

Hinzu kommt, dass die Ausbildung unserer Medizinstudenten (Human-, Zahn- und Veterinärmedizin), die die höchsten Kosten verursacht, nur an Universitäten angesiedelt ist. Die Medizinerausbildung frisst allein fast die Hälfte der gesamten Hochschulausgaben. Ein Medizinstudent kostete Vater Staat ca. 30.000 Euro pro Jahr. Für Studierende der Rechts-, Wirtschafts-, oder Sozialwissenschaften gab der Staat hingegen lediglich zwischen 1.700 Euro (FH-Studenten) und 2.100 Euro (Uni-Studenten) aus. Dabei dauert ein FH-Studium im deutschen Mittel 4,5 Jahre, ein Unistudium dagegen rund 5,3 Jahre.

Der Staat investiert also offensichtlich nicht unerheblich in die Ausbildung seiner Hochqualifizierten. Die Ausbildung eines Schülers bis zum Abitur kostet den Staat rund 64.000 Euro. Bis zum Hochschulabschluss fallen pro Student etwa weitere 81.000 Euro an.

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