Ortspräferenzen Sommersemester 2017


Wenn Sie sich im Sommersemester 2017 für ein Studium der Humanmedizin oder der Zahnmedizin bewerben möchten und Sie sich weder in der ⇒ Abibestenquote noch in der ⇒ Wartezeitquote Chancen ausrechnen können, sollten Sie gut überlegen, welchen 6 Unis Sie im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) eine so genannte ⇒ Ortspräferenz zuordnen.

Am meisten Kopfzerbrechen bereitet Ihnen dabei vermutlich die erste Ortspräferenz. Schließlich können Sie an der Berliner Charité, der Uni Göttingen, der Uni Tübingen oder der Uni Münster nur dann am AdH teilnehmen, wenn Sie die entsprechende Uni an Platz Eins ihrer Ortspräferenzen nennen.

Hier einige Überlegungen dazu, die Ihnen die Entscheidung vielleicht vereinfachen…

 

** CHARITÉ BERLIN ** 

An der Charité Berlin findet auch zum Sommersemester wieder ein naturwissenschaftliches Auswahlverfahren, der so genannte ⇒ HAM-Nat oder HAMNat statt. Teilnehmen kann nur, wer die Charité an erste Ortspräferenz setzt. Aus allen Bewerbern, die dies tun, werden dann die Abibesten ausgewählt und zum HAM-Nat eingeladen. Im Sommersemester 2016 wurden Bewerber für die Humanmedizin bis zu einer Abiturnote von 1,6 zur Teilnahme am HAM-Nat eingeladen! In der Zahnmedizin lag der Grenzwert bei 1,8.

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** GÖTTINGEN ** 

An der Uni Göttingen werden Bewerber, die Göttingen an erste Ortspräferenz gesetzt haben, zum Auswahlgespräch eingeladen. Es werden mindestens doppelt so viel Bewerber zum Auswahlgespräch eingeladen, wie Studienplätze zur Verfügung stehen.
Außerdem gibt es in Göttingen Bonuspunkte im AdH für eine abgeschlossene Berufsausbildung und für ein überdurchschnittliches Ergebnis im Medizinertest. Konkret funktioniert das Auswahlverfahren so:

Zunächst wird eine erste Rangliste der Bewerber erstellt. Hier zählt die Abiturnote. Bewerber mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung bekommen auf diese 0,3 Notenpunkte gutgeschrieben.

Bewerber, die beim TMS (⇒ Test für medizinische Studiengänge / Medizinertest) gut abgeschnitten haben, erhalten

  • 0,5 Notenpunkte gutgeschrieben, wenn sie zu den Besten 10% gehörten,
  • 0,4 Notenpunkte, wenn sie zu den besten 20% gehörten,
  • 0,3 Notenpunkte wenn sie zu den besten 30% gehörten und
  • 0,2 Notenpunkte wenn sie zu den besten 40% der Testteilnehmer im TMS gehörten.

Beispiel: Gregor hat das Abi mit 1,9 gemacht, eine Berufsausbildung zum operations-technischen Assistenten abgeschlossen und hat beim TMS, den er im Anschluss an die Ausbildung absolviert hat, zu den Besten 20% gehört. Er bekommt 0,7 Notenpunkte auf seine Abiturnote gutgeschrieben. Im Auswahlverfahren in Göttingen (und nur dort) ist seine Abinote  eine 1,2.

Aus allen Bewerbern werden nun in der ersten Rangliste die Besten zum Auswahlgespräch eingeladen. Dabei galten im Sommersemester 2016 folgende Grenzwerte:

  • Humanmedizin: bis 1,3
  • Zahnmedizin: bis 1,7

Das Auswahlgespräch besteht aus einem ⇒ strukturierten Interview und 4 so genannten ⇒ Multiple Mini Interviews. Hier kann eine Maximalpunktzahl von 30 Punkten erreicht werden. Wer nicht zum Interview erscheint, bekommt natürlich nur 0 Punkte.

In der Endauswertung bekommen alle Bewerber eine Punktzahl für ihre errechnete Abiturnote. Wer eine 1,0 hat bekommt 31 Punkte, wer eine 1,1 hat 30 Punkte, usw. Diesem Wert werden die Punkte aus den Auswahlgesprächen zuaddiert. Die Besten erhalten einen Studienplatz.

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** MÜNSTER ** 

An der Uni Münster

In Münster werden die Bewerber anhand

  • eines Bewerbungsschreibens oder Motivationsschreibens,
  • eines naturwissenschaftlichen Verständnistests und
  • einem Multiple-Mini-Aktionstests ausgewählt.

Allerdings können natürlich nicht alle Bewerber zum Auswahlverfahren eingeladen werden – das wäre zu viel! Deshalb werden nur um die 160 besten Bewerber (von meist um die 2.500) für die Teilnahme am hochschulinternen Aufnahmeverfahren vorausgewählt. Erstmal wird also nur Wert auf die Abidurchschnittsnote gelegt. In der Vorauswahl galten im Sommersemester 2016 folgende Grenzwerte:

  • Medizin: 1,4
  • Zahnmedizin: 1,7

Wer zum Auswahlverfahren eingeladen wird, muss nun zunächst eine Bewerbungsschreiben, bzw. ein Motivationsschreiben (ca. 2 DIN-A 4 Seiten) einreichen.

Am Testtag gibt es dann einen 60 Fragen umfassenden Multiple-Choice-Test zum naturwissenschaftlichen Verständnis. (Diesen kann man natürlich ein bisschen vorbereiten! Siehe hierzu auch unsere Beiträge zum ⇒ Medizinertest / TMS und zum ⇒ HAM-Nat.) Der Test wird am Computer absolviert.

Außerdem müssen am Auswahltag 7 bis 10 so genannte Aktionstests absolviert werden. Das sind Kurztests in Interviewform aber auch kleine Rollenspiele, in denen Sie Ihre persönliche Eignung für das Studium und den Arztberuf unter Beweis stellen sollen. Einen schönen Artikel, wie das Ganze abläuft, gibt’s in der Zeit:
⇒ www.zeit.de/studium/hochschule/2012-10/medizin-studenten-aufnahmeverfahren

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** TÜBINGEN **

An der Uni Tübingen werden die zukünftigen Medizinstudenten anhand einer Rangliste ausgewählt. Diese wird zunächst anhand der Abiturnote gebildet. Dann gibt es noch einige Bonuspunkte und zwar für:

  • ein sehr gutes Ergebnis im Test für Medizinische Studiengänge (TMS)
  • die Platzierung unter den ersten drei bei einem naturwissenschaftlichen Wettbewerb (z.B. “Jugend forscht”)
  • eine abgeschlossene Berufsausbildung im medizinischen Bereich
  • eine berufliche Weiterqualifizierung bzw. Weiterbildung (z. B. Meistertitel)
  • ein freiwilliges soziales Jahr FSJ, einen Bundesfreiwilligendienst BFD oder einen freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr

 

 

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