Neuer Rekord: 2,8 Millionen Studierende sorgen nicht nur für Freude.


Das statistische Bundesamt meldet Ende November einen neuen Studierendenrekord in Deutschland. Zum aktuellen Wintersemester waren insgesamt 2.759.000 Studierende an den Hochschulen eingeschrieben. Das waren verglichen mit dem Vorjahr ungefähr 60.000 eingeschriebene Studierende mehr. Das ist erstmal eine gute Nachricht, denn bekanntlich werden qualifizierte Arbeitnehmer an vielen Stellen dringend benötigt. Allerdings ist es fraglich, ob die Hochschulen den derzeitigen Andrang gerecht werden können und einen guten Lehrbetrieb noch schaffen. Offensichtlich fehlen derzeit die Mittel, für einen qualitativ hochwertigen Bildungsbetrieb. Mit dem sogenannten Hochschulpakt haben Bund und Länder beschlossen, bis 2023 dem Hochschulsystem rund 20 Milliarden Euro bereitzustellen. Allerdings ist fraglich, ob die zusätzlichen Gelder reichen, einen hohen Standard in der Lehre aufrecht zu erhalten. Die aktuell geplanten Zuschüsse werden als zu niedrig kritisiert. So ergeben Schätzungen, dass die bereitgestellten Mittel pro Studierenden nur noch zwei Drittel der Mittel aus 2000 sind. Viele Stellen äußern Bedenken, dass die akademische Ausbildung verflachen könne, weil statt gutbezahlten Professoren zunehmend wissenschaftliche Mitarbeiter den Lehrbetrieb aufrecht halten müssen. Kamen vor zehn Jahren noch 54 Studierende auf einen Professor, sind es bereits heute 63 Studierende. Die Tendenz ist steigend.
Neben den tendenziell fallenden Mitteln pro Studierenden gibt es auch ganz sichtbare Zeichen, für die Überforderung der Hochschulen durch die große Menge an Studierenden. Die Hörsäle sind überfüllt wie nie, Plätze in Seminaren sind hart umkämpft und es regen sich die ersten Studentenproteste. An der Uni Landau wurde Ende November ein Streik gegen die Überfüllung der Uni ausgerufen. Die Studierenden legten für ein paar Tage den gesamten Unibetrieb lahm. Die Studierenden in Landau haben allen Grund zum Streik: Hier kommen auf einen Professor 95 Studierende.

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