Geisteswissenschaftler = Taxifahrer?


Und was willst du damit mal werden, mein Kind….?

In den 70ern entstand der bekannte Mythos, dass ein geisteswissenschaftliches Studium im Grunde einer Berufsausbildung zum Taxifahrer gleichkommt. Was ist dran an der Legende, dass die Geisteswissenschaftlicher keinen Job bekommen – und wenn doch dann schlecht bezahlt?

Der Mythos ist leider nicht von der Hand zu weisen. So zeigt eine Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) in einer Befragung von Absolventen des Jahres 2001, dass die Geisteswissenschaftler zehn Jahre nach dem Studienabschluss deutlich unter dem Durchschnitt aller Absolventen mit einer festen Anstellung verdienen.

Hinzu kommt, dass es wenige Stellen für viele Studienabsolventen gibt. In einer Studie der Arbeitsagentur aus 2015 wurde in den geisteswissenschaftlichen Berufen zwar eine ansteigende Zahl von Erwerbstätigen festgestellt, die aber gleichzeitig mit einer steigenden Anzahl von Absolventen einhergeht. Insgesamt gaben lediglich drei von fünf Absolventen an, dass sie einer Tätigkeit nachgehen, die bezüglich Inhalt, Anspruch oder Position ihrem absolvierten Studium entspricht. Auf der anderen Seite ließ sich jedoch auch beobachten, dass die Anzahl der beschäftigten Geisteswissenschaftler angestiegen ist und dass die Akzeptanz in anderen Berufsbereichen mit wirtschaftlicher Prägung angestiegen ist.

Wer sich für ein geisteswissenschaftliches Studium entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass hier die Konkurrenz sehr groß ist. Hierfür sollte man sich bereits im Studium eine Strategie zurechtlegen, wie man sich später im Arbeitsmarkt behaupten kann. Oder anders gesagt, wie es möglich ist, sich von der Konkurrenz abzusetzen.

Wichtig für Geisteswissenschaftler ist es also, bereits im Studium einen Fokus auf das folgende Berufsleben zu legen.

Wer im geisteswissenschaftlichen Bereich bleiben möchte, sollte sich frühzeitig bemühen, hervorragende akademische Leistungen zu erbringen. Allerdings ist es für viele Geisteswissenschaftlicher sehr empfehlenswert, früh im Studium den Kontakt zu alternativen Berufen herzustellen. Besonders gute Perspektiven gibt es bei Arbeitgebern aus dem Bildungswesen, gefolgt von Medienunternehmen oder dem Kulturbetrieb. Auch der öffentliche Dienst bietet attraktive Berufsmöglichkeiten für Geisteswissenschaftler.

Um es auf den Punkt zu bringen: Geisteswissenschaftler sind recht beliebte Arbeitnehmer mit guten Berufsperspektiven. Allerdings nur, wenn sie sich den Bedürfnissen der Arbeitsmärkte stellen und bereit sind in Berufen zu arbeiten, die nicht im klassischen Sinne geisteswissenschaftlich geprägt sind. Es gibt viele attraktive und aussichtsreiche Alternativen zum Taxifahrer!

Ein paar Buchtipps zum Berufseinstieg für Geisteswissenschaftler haben wir natürlich auch für Sie:

 

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