Chancen durch einen Ablehnungsbescheid


Jedes Jahr stehen viele Studienbewerber zum Semesterbeginn ohne einen Studienplatz da. Bei der hohen Bewerberdichte, die vor allem bei Studiengängen in Metropolregionen herrscht, reicht oftmals nicht mal ein überdurchschnittliches Abitur für eine reibungslose Zulassung zum Studium.

Waten auf den Studienplatz

Waten auf den Studienplatz

Zuversicht ist eine gute Sache. Dennoch sollte auch ein Optimist mit sehr guten Abiturnoten einen Plan in der Schublade haben, falls es mit der Zulassung nicht funktioniert hat. Denn mit einem guten Plan kann die vermeintliche Lücke zwischen Schule und Studium mit tollen Erfahrungen gefüllt werden, die möglicherweise die Studienwahl stützen und sogar die Chancen in Bewerbungsverfahren erhöhen.

Das Nächstliegende in dieser Situation ist jedoch der Versuch, doch noch einen Studienplatz zu bekommen. Und tatsächlich gibt es für abgelehnte Bewerber einige Möglichkeiten, trotz des Ablehnungsbescheides einen Studienplatz zu erhalten:

  1. Mit Recht: Ja, in Deutschland haben wir ein Recht auf das Studium. Zumindest, solange ein paar formale Voraussetzungen, wie beispielsweise die Hochschulzugangsberechtigung vorliegen. Wer also einen Ablehnungsbescheid bekommt, kann dagegen vorgehen. Video zur Studienplatzklage mit RA Dr. Birnbaum
  2. Mit Glück: Es werden viele Studienplätze verlost. Bei sehr vielen Studiengängen ist die Teilnahme am Losverfahren möglich, wenn der Bewerber nicht am Hauptverfahren teilgenommen hat. Dabei reicht es, mittels Postkarte die Teilnahme zu bekunden. Das Vorgehen sollte kurz mit der Hochschule abgesprochen werden.
  3. Mit Kompromissbereitschaft: Fast die Hälfte der Studiengänge hat gar keinen Numerus Clausus. Und bei einigen dieser Studiengänge ist eine Bewerbung bis zum Studienbeginn möglich. Allerdings verlangen manche dieser Studiengänge etwas Kompromissbereitschaft was den Studienort oder die Studieninhalte angeht. Einen Überblick zu allen zulassungsfreien Studiengängen bekommt man beim Hochschulkompass.

Natürlich kommen die obigen Möglichkeiten nicht für jeden in Frage. Zum Glück gibt es vielseitige Möglichkeiten, ein „Gap Year“ sehr sinnvoll zu füllen. Dabei sollte in keinem Fall vergessen werden, eine bessere Strategie für die folgende Bewerbungsrunde zu erarbeiten.

  1. Freiwilliges Jahr
    Hier können Erfahrungen gesammelt werden, die nicht nur bei Arbeitgebern gut ankommen, sondern auch besonders wertvolle persönliche Erfahrungen sind. In so manchen Auswahlverfahren für Studiengänge gibt es hierfür Bonuspunkte. Aber Achtung: Es gibt keine einheitliche Regelung, dass es einen Bonus gibt. Das ist bei jedem Studiengang einzeln geregelt. Infos zum freilligen Jahr.
  2. Praktikum
    Berufserfahrungen sammeln und sich dabei orientieren. In Praktikumsbörsen werden von vielen Unternehmen Praktikumsplätze auch für Abiturienten angeboten.
  3. Wissenslücken füllen
    Möglicherweise gab es in der Schule Fächer, die nicht so weit oben in der Beliebtheit rangieren. Taucht ein solches Fach später im Studium wieder auf, ist es super, wenn die Wissenslücken hier bereits gefüllt wurden. In einem Gap Year geht das sehr entspannt.
  4. Ausland
    Ins Ausland zieht es viele. Ob Work and Travel in Neuseeland oder eine Sprachschule in Barcelona. Es gibt unzählige spannende Möglichkeiten ein Pausenjahr im Ausland zu verbringen.
  5. Jobben
    Sicherlich nicht die angenehmste Art, sich vom Abistress zu erholen. Trotzdem kann Jobben eine super Möglichkeit sein, die Pause bis zum Studium zu füllen. Nicht nur, dass etwas Geld gespart werden kann, was die Studienzeiten etwas angenehmer werden lässt. Ein Einblick in die echte Arbeitswelt hat auch schon vielen einen Motivationsschub für das Studium gegeben.

Die Möglichkeiten für ein Gap Year sind nahezu unbegrenzt. Allerdings gilt auch hier: Der frühe Bewerber bekommt den coolen Platz. Wer hier erst nach dem Ablehnungsbescheid aktiv wird, hat sicherlich eine etwas eingeschränkte Auswahl.

Eine tolle Übersicht zu verschiedenen Angeboten – auch Last Minute – im Ausland fasst die Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der BRD e.V. zusammen.

Also: Kopf nicht hängen lassen und die sich ergebenden Chancen gut nutzen. Wer weiß, wofür so ein Jahr gut sein kann…

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