Bionik: Studium und Beruf


Die Bionik ist eine noch recht junge Wissenschaft. Ihr Ziel ist es, Mechanismen, Funktionen, Prozesse und Strukturen aus der Natur auf technische Anwendungen zu übertragen. Dies impliziert schon die Kombination der Begriffe Biologie und Technik im Kunstwort Bionik. Der Studiengang ist interdisziplinär angelegt und bietet durch aktuelle Fragestellungen in Forschung und Technik sehr gute Berufsaussichten. Viele Beispiele wie das Lotusblatt als Vorlage für Oberflächenbeschichtungen und Lacke, die Struktur an den Füßen von Geckos oder Katzen als Hilfe zur Entwicklung neuer Autoreifen mit verbesserter Bodenhaftung oder die Klettenpflanze als Vorbild für den Klettverschluss sind bereits bekannt.

Ein besonderer Schwerpunkt des Bionik-Studiums, das technische und biologische Studieninhalte vereint, liegt neben der Biomechanik und der Morphologie auf ingenieurwissenschaftlichen Fächern. Im Studium werden sowohl die Grundlagen des naturwissenschaftlichen Arbeitens vermittelt, als auch die notwendigen Kompetenzen im Projektmanagement. Bei der bionischen Forschung stehen innovative Ideen und Ansätze im Vordergrund. Daher haben auch Methoden für die Erarbeitung kreativer Lösungen einen großen Stellenwert im Studium. Auch der Austausch mit den Kollegen ist eine wichtige Komponente. Dies ist der Grund für die Interdisziplinarität des Studiengangs. Die Möglichkeit zur Schwerpunktbildung, z. B. eine Spezialisierung im Bereich biometrische Materialien oder in der Biomechatronik ist in der Regel gegeben.

Für wen ist der Studiengang das Richtige? Wer großes Interesse an naturwissenschaftlichen Zusammenhängen und ein hervorragendes technisches Verständnis hat und komplexe Zusammenhänge schnell erfassen kann, ist in der Bionik gut aufgehoben. Außerdem braucht es Ausdauer und Ehrgeiz bei der Entwicklung neuer Materialien oder Technologien. Dies ist nicht immer einfach, daher sollte man auch mit Rückschlägen gut umgehen können. Gute Kenntnisse im Englischen sind ein Muss, da viele Publikationen und viel Studienmaterial auf Englisch erscheinen.

Das Bionik-Studium ist in die Abschnitte Bachelor, Master und eventuell Promotion unterteilt. Zum Teil ist es auch international ausgerichtet. Voraussetzungen, um zum Studium zugelassen zu werden, ist die Allgemeine Hochschulreife mit einem Notendurchschnitt von 2,4 bis 2,7, da das Bionik-Studium durch einen Numerus Clausus zulassungsbeschränkt ist. Gute Noten in Biologie, Chemie und Physik erleichtern den Einstieg ins Studium ebenfalls.

Mit einem abgeschlossenen Studium in Bionik hat man viele Berufsmöglichkeiten. Man kann z. B. in Industrie und Forschungseinrichtungen (Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrtindustrie, Ingenieurbüros, Architekturbüros, Pharmazeutische und Medizintechnische Industrie), in Entwicklung und Management (z. B. Projektmanagement), in der Unternehmensberatung und sogar in Behörden (Stichwort Patentrecht) arbeiten. An Hochschulen und Universitäten kann man in Forschung und Lehre als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeiten. Die Verdienstaussichten nach dem Studium sind stark von der Branche und der Position abhängig. Mit einem guten Masterabschluss kann man in etwa von einem Einstiegsgehalt von rund 3.300 € brutto im Monat ausgehen.

Aber zuerst muss man das Studium ja einmal beginnen. Dies geht an der Hochschule in Bremen, die einen Bachelorstudiengang in Bionik mit darauf aufbauendem Master anbietet. An der Hochschule Hamm-Lippstadt kann man Bionik mit dem Schwerpunkt auf Photonik und Materialdesign studieren. Verfügt man bereits über einen Bachelor in einem naturwissenschaftlichen Fach, in Informatik oder Ingenieurwissenschaften, kann man an der Hochschule Rhein-Waal ein Masterstudium absolvieren.
Alle Informationen sind hierhier und hier zu finden.

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